Kroatien – Einklarieren 2022 und danach

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Alles fließt, das gilt nicht zuletzt auch für die im Zuge der Einreise über die Seegrenze (= „Einklarieren“) in Kroatien zu entrichtenden Gebühren, also die Kurtaxe und das „Permit“ (ehem. „Vignette“). Die Kurtaxe an sich kann ja schon seit letztem Jahr über das Portal „nautika.evisitor.hr“ elektronisch bezahlt werden, seit 2021 fühlen sich die Hafenkapitäne überhaupt nicht mehr für die Kurtaxe zuständig. Es wird einfach auf die o.a. Seite verwiesen. Die Tarife haben sich prinzipiell nicht geändert, eine Übersicht findest Du hier.

Über „Kurtaxe online“ kann man die Kurtaxe also online bezahlen, und zwar – wie bisher – nach Bootslänge oder für tatsächlich an Bord befindliche Personen. Die Bestätigung über die entrichtete Kurtaxe bekommt man per e-Mail. Das ist echt super, damit kann man sich den Weg zum Hafenkapitän aber leider auch nicht ersparen, weil der bis 31.12.2022 weiterhin beim Ein- und Ausklarieren die Crewliste abstempeln muss.

Wenn man das Permit noch nicht hat, dann kann man also entweder

  • wie bisher den Hafenkapitän besuchen, was neben einem Besuch bei eben diesem bis 31.12.2022 auch einen Besuch bei der nächst gelegenen Bank zur Einzahlung der Gebühr nach sich zieht, womit klar ist, dass sich das Einklarieren nicht mehr an den Öffnungszeiten der Hafenämter, sondern an den Banköffnungszeiten orientieren wird,
    oder
  • als Vorgriff auf die kommende Möglichkeit, auch das Permit online über eine „amtliche“ Kroatische Website zu bezahlen, über diese Seite von Mandinus das Permit online bestellen. Das kostet etwas Bearbeitungsgebühr und 3 – 4 Tage, man muss allerlei Dokumente hochladen (Seebrief, Versicherungsbestätigung, Vollmacht, Lizenz des Skippers (?), …), bekommt dann per Mail die Rechnung für das Permit und letztlich das Permit selbst. Der Prozess eignet sich also eher nicht für spontane Kurztrips, erspart aber jedenfalls nachhaltig den Besuch beim Hafenamt beim Einklarieren.

Bis zum Schengen-Beitritt erspart man sich keinesfalls den Besuch bei der Grenzpolizei, also Passkontrolle, abstempeln der Crewliste und allenfalls Kontrolle der COVID-Dokumente. Dabei ist es sehr empfehlenswert, eine vorbereitete und komplett ausgefüllte Crewliste 3-fach ausgedruckt beim Einklarieren vorzulegen, das erspart das manuelle Ausfüllen des entsprechenden Formulars. Ein Formular für die Crewliste findest Du hier.

Der Schengen Beitritt soll nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Hafenämter zum 1.1.2023 erfolgen. Damit wird für Einreisen aus Schengen-Mitgliedsländern keinerlei Ein- bzw. Ausklarierungsprozess mehr erforderlich sein. Man muss dann nur das Permit und die Bestätigung über die entrichtete Kurtaxe dabei haben, die Kontrollen auf See sollen verstärkt werden und auch durch die Marinas erfolgen. Und weil der Schengen Beitritt halt erst mit 1.1. und nicht schon heuer erfolgt ist, womit aber offenbar amtlicherseits schon gerechnet wurde,

  • wurde der während Corona in Umag geschlossene Posten in der ACI Marina auch nicht wieder eröffnet. Das führt zu einigem Gedränge an der Zollmole, die Wartezeit letzten Donnerstag (11.8.) Nachmittag betrug 45 Min.
  • vergibt der Hafenmeister in Cavtat an der Zollmole auch normale Liegeplätze, wer also am Nachmittag einläuft kann irgendwo ankern und halt mit dem Dinghi ein- oder ausklarieren fahren. Das ist aber in Vis sowieso immer schon so gewesen.

Übrigens: das Festmachen – also anlegen an der Zollmole sofern vorhanden oder an einer Boje oder ankern im Hafen muss für die Dauer der Amtshandlung – kostenlos sein. Versuche, für das Festmachen am Kai eine Gebühr zu verlangen – wie unlängst in Vis – sind zurückzuweisen. Das haben nicht nur die Polizei in Vis, sondern auch die Hafenämter in Cavtat und Umag bestätigt.

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